Wunder in der Krise

Uta Pfefferkorn -unter den Indianern des GJW-Bayern auch als „geschickte Hand“ bekannt- näht seit vielen Jahren für das Indianerzeltlager für Kinder von Strafgefangen. Sie näht nicht nur die Gewänder -mit deren Hilfe die Kinder in eine andere Rolle schlüpfen können, um eine Woche Urlaub von ihrem häufig sehr belasteten Alltag zu haben. Sie finanziert auch ein Fünftel des Camps durch Einnahmen, die sie auf Stoffmärkten in ihrer Umgebung durch selbstgenähte Handarbeiten erwirbt. Hier berichtet sie selbst, welches Wunder sie in der Corona- Zeit erleben durfte:

Mitte März war ich sehr traurig, weil die Ostermärkte abgesagt wurden und ich dafür so viel gearbeitet habe, Taschen Schürzen, kleine Stoffhasen und vieles mehr… Wie sollte ich das Geld für unser Indianerprojekt zusammen bekommen? - Dann kam der Aufschrei! Krankenhäuser und Arztpraxen haben keinen Mundschutz mehr, jeder der kann, soll nähen. Bei mir stand das Telefon nicht mehr still, alle Pflegekräfte, die mich kennen, meldeten sich bei mir. Stoff habe ich genug - nur woher Garn und Gummilitze nehmen? Alles war ausverkauft. So kam mir die Idee: In jedem Haushalt gibt es bestimmt ein paar Reste. Und so habe ich Zettel an die Hauseingänge in meiner Straße geklebt mit der Bitte, alle Reste an Garn und Litze bei mir abzugeben. Ich wurde reich beschenkt, manche „Reste“ waren sogar noch verpackt und mit Preisschild versehen. Nun wusste jeder, wo er Masken herbekommen konnte. Die ersten mussten die Arzthelferinnen in der Hausarztpraxis ausprobieren. Und dann habe ich losgenäht. Zuerst alle Bestellungen, zum Teil bis in die Nacht hinein, denn der Bedarf war groß und jeder wollte die Schutzmasken sofort haben. Einige habe ich mit Flyern vom Indianerprojekt ins Fenster gestellt. Alle Fußgänger, die vorbeikommen, schauen neugierig, klopfen ans Fenster und kaufen. Dabei sind sie sehr großzügig mit einer Spende. Neulich kam sogar jemand von der Bundeswehr mit Stoff in Tarnfarbe und ich habe für Soldaten genäht. Innerhalb von 4 Wochen habe ich meinen finanziellen Jahresbeitrag für die Indianer zusammen gehabt. Ich habe bereits 500 Gesichtsmasken genäht und es sieht nicht so aus, als ob ich diesen Job so schnell wieder los werde.“

Die Indianer freuen sich sehr, dass Uta so kreative Wege geht, um die Arbeit weiterhin zu unterstützen. Auf Grund der aktuellen Situation ist es noch ungewiss, ob wir dieses Jahr ein Camp veranstalten dürfen. Trotzdem sind wir am Planen und Vorbereiten und sind gespannt, welche Wege Gott mit uns gehen wird und welche Wunder wir erleben dürfen. Auf jeden Fall sind wir Gott dankbar, dass er uns durch Uta und ihre Arbeit segnet.